Vom Grafen und seinen fliegenden „Zigarren“

Friedrichshafen. Direkt am Bodenseeufer gelegen, zeigt das Zeppelin Museum die weltweit größte Sammlung rund um die Luftschifffahrt. Von der großen Ausstellungs-halle mit Objekten zur Geschichte des legendären LZ 129 Hindenburg kommend, begibt sich der Besucher in die 33 Meter lange, originalgetreue Rekonstruktion seiner Passagierbereiche mit den Gesellschaftsräumen und dem Promenadendeck im Bauhaus-Design. Weitere Schwerpunkte der Ausstellung bilden detailliert gearbeitete Modelle und Originalexponate sowie Filme und Fotos zur Luftschifffahrt. Parallel dazu wird die Entwicklung des Zeppelin-Konzerns bis heute dargestellt. Sehenswert: Die Zeppelin-Wunderkammer mit allerlei Kuriositäten. Im oberen Stockwerk wird als Kontrapunkt die 4.000 Werke umfassende Kunstsammlung des Zeppelin Museums in wechselnden Sammlungs-präsentationen gezeigt: So ist aktuell die Schau „Eigentum verpflichtet. Eine Kunstsammlung auf dem Prüfstand“ zu sehen, die sich den Themen Raubkunst und Provenienz widmet (bis 03.02.2019). Parallel läuft die Technik-Schau „Innovationen! Zukunft als Ziel“ (endend am 04.11.2018). www.zeppelin-museum.de


Schloss Bückeburg vielfältig erleben

Bückeburg. Sie sind ein Adelshaus mit großer Tradition – die Schaumburger, später Schaumburg-Lipper: Einst prägten sie ihr Land mit prachtvollen Bauwerken und aufgeklärten Ideen, heute mit modern präsentierten Traditionen und attraktiven Events, wie etwa dem „Weihnachtszauber“ vom 1. bis 2. Advent oder der „Landpartie“
Anfang Juni rund um das Schloss in Bückeburg. Ausgewählte
Räumlichkeiten dort und das größte Privatmausoleum der Welt im Schlosspark können Gruppen ab 20 Personen in individuell
vereinbarten Führungen erleben. Auch die Besichtigung des Museums der Hofreitschule und der angeschlossenen Reitställe
sind inkludiert. Ein Busparkplatz bietet sechs kostenlose Stellplätze, von dort sind es rund 250 Meter zu Fuß zum Schlosseingang. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass die Gäste am Schloss aussteigen.

 

Tipp: Den Schlossbesuch mit einer Vorführung in der Fürstlichen Hofreitschule kombinieren. Auch die Inselfestung Wilhelmstein im Steinhuder Meer geht auf die Schaumburger Herrscher zurück. Sie kann ebenso geführt besucht werden wie ihr „altes“ Mausoleum in der Martinikirche der nahen Weserrenaissancestadt Stadthagen. www.schloss-bueckeburg.de / www.hofreitschule.de


Modernes Museum in historischen Mauern

Walkenried. Das im Südharz gelegene Zisterzienser Museum Kloster Walkenried (ZMKW) ist ein Erlebnisort für alle Generationen, an dem eine vergangene Welt durch moderne Interpretations-formen lebendig wird. Spannend: Die Klosteranlage gehört als ältester Teil zum Welterbe-Ensemble im Harz, gelten doch die mittelalterlichen Mönche aus Walkenried als Väter der Oberharzer Wasserwirt-schaft. Für Gruppen bis 100 Personen stehen dort diverse Führungsangebote (à 25 Personen) gegen Voranmeldung zur Wahl, die auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten buchbar sind: Im Fokus des Rundgangs „Mit Kreuz und Spaten“ durch Kreuzgang, Klausur und Ausstellung (als Variante auch mit leiblichem Wohl buchbar) stehen das Alltagsleben der Weißen Mönche sowie Herkommen, Aufstieg und Krise des mittelalterlichen Klosterkonzerns Walkenried. Zum Abschluss ist Kaffee und Kuchen „satt“ im KlosterCafé möglich, dem einstigen Speisesaal der Mönche. Alternativen sind etwa eine Seniorenführung mit Sitzmöglich-keiten während der Tour, eine „Führung bei Kerzenschein“ oder auch das Sachthema „Faszination Gotik“.

 

Top: Kostenfreie Busparkplätze gibt es direkt am Kloster.  www.kloster-walkenried.de


Anschauen: „Zeitreise. Erleben was war!“

Demmin. Auf der Mecklenburgischen Seenplatte hinterließ die letzte Eiszeit eine Landschaft voller natürlicher Schönheit, voller Geschichte und Geschichten – vom Leben der Bauern auf den dortigen Gutshöfen, von Prinzessinnen, die zu bedeutenden Königinnen wurden, und von Persönlichkeiten, die es aus der mecklenburgischen Provinz in die weite Welt zog, um ihre Träume zu leben. All das erfährt man dort unter dem Motto „Zeitreise. Erleben, was war!“ in drei außergewöhnlichen Museen, die ihre Gäste mitnehmen auf eine ebensolche:

 

Im Heinrich-Schliemann-Museum in Ankershagen kann man „Troja entdecken“. In seinem Elternhaus werden Stationen aus dem Leben des legendären Unternehmers, Visionärs und Archäologen gezeigt – bis hin zu seinen Ausgrabungen in Troja und Mykene. Das 3 Königinnen Palais auf der Schlossinsel Mirow berichtet in seiner interaktiven Schau davon, wie aus drei mecklenburgischen Prinzessinnen bedeutende europäische Königinnen wurden. Und im Dorf- und Freilichtmuseum AGRONEUM Alt Schwerin wiederum kann man Guts- und Landwirtschaftsgeschichte von 1848 bis heute hautnah erleben. www.zeitreise-seenplatte.de

(Foto: Museum/Thomas Kunsch)


So feiert man Feste in der Ferne

Bremerhaven. Das preisgekrönte Deutsche Auswandererhaus erzählt auch von den Festen europäischer Auswanderer. Über Bremerhaven wanderten immerhin von 1830 bis 1974 über 7,2 Millionen Menschen aus. Im Gepäck: Heimat. Und so wurden auch in der Fremde Chanukka, Weihnachten oder Russisches Neujahr gefeiert.

 

Im Rahmen einer weihnachtlichen Führung erfahren Busgruppen im November und Dezember mehr über die Feste europäischer Auswanderer und machen sich selber auf in die Neue Welt: Während ihrer spannenden Zeitreise in die USA entdecken die Besucher die Kaje, die Kabinen typischer Auswandererschiffe und den Bahnhof „Grand Central Terminal“. Zudem folgt jeder Museumsgast der bewegenden Lebensgeschichte eines realen Auswanderers. Und spätestens bei einem stimmungsvollen Adventskaffee im Museumsrestaurant „Speisesaal“ wird es bei Kaffee, Punsch und Kuchen sowie mit Blick auf die mit tausend Lichtern geschmückten Schiffe im „Neuen Hafen“ besinnlich.

 

Gut zu wissen: Die Vorausbuchungsfrist für dieses saisonal begrenzte Führungsangebot endet am 30. Oktober 2018! www.dah-bremerhaven.de

(Foto: Deutsches Auswandererhaus/Jan Meier)